Inhalt
| Name | Informationszentrum Energieberg Georgswerder |
| Eröffnung | 2013 |
| Schwerpunkt | Energiewende, Deponiesanierung & erneuerbare Energien |
| Stadtteil | Wilhelmsburg |
| Eintritt | kostenfrei |
| Parkplätze | Ja |
| Barrierefrei | Ja |
Wenn du hörst, dass hier früher eine Deponie war, erwartest du sicher nicht, dass man auf dem Energieberg Georgswerder:freiwillig Zeit verbringen würde. Aber genau dieser Kontrast ist auch irgendwie das Spannende, denn das Informationszentrum ist mittlerweile ein begrünter Hügel und will es besser machen.
Im Infozentrum findest du unter anderem ein aufgeschnittenes Modell des Deponiekörpers und dazu Stationen, die dir erklären, was unter deinen Füßen passiert. Mehrere Abdichtungsschichten sichern dabei die alten Abfälle, Gasleitungen fangen entstehendes Deponiegas auf, Messsysteme kontrollieren dauerhaft Boden und Grundwasser. Hierbei wird eins quasi sofort klar: Nachhaltigkeit beginnt hier nicht mit Solarzellen, sondern mit der technisch aufwendigen Sicherung eines belasteten Standorts.
Hier wird es besonders interessant. Das Informationszentrum erklärt nicht nur, dass Windkraft- und Photovoltaikanlagen Strom erzeugen, sondern wie sie zusammenspielen. Schwankungen bei Wind und Sonne, Netzanbindung, Speicherlösungen – all das wird als zusammenhängendes System dargestellt. Du verstehst, warum Energiewende nicht bedeutet, einfach Kohle durch Wind zu ersetzen, sondern Infrastruktur neu zu denken.
Richtig greifbar wird das draußen. Auf 40 Metern Höhe weht der Wind spürbar kräftiger, und der Blick über Wilhelmsburg macht deutlich, dass Energie hier mitten in der Stadt produziert wird. Die Anlagen stehen nicht isoliert, sondern in direkter Nachbarschaft zu Wohngebieten und Industrieflächen.
Die Führungen greifen das auf. Sie sind weniger Vortrag als Gespräch. In etwa 90 Minuten diskutierst du über CO₂-Reduktion, über technische Grenzen und darüber, welche Rolle Städte wie Hamburg in der nationalen Energiewende spielen.
Die Deponie Georgswerder wurde 1954 in Betrieb genommen und bis 1979 genutzt. In dieser Zeit lagerten hier Hausmüll und Industrieabfälle. In den 1980er Jahren wurden erhebliche Schadstoffbelastungen festgestellt, was umfangreiche Untersuchungen und Sanierungsmaßnahmen auslöste. Ab 1990 begann die Sicherung mit Abdichtungssystemen und Gasfassungen.
2009 startete das Projekt Energieberg Georgswerder mit dem Ziel, die gesicherte Fläche für erneuerbare Energie nutzbar zu machen. Windkraftanlagen und Photovoltaikmodule wurden installiert, um die vorhandene Infrastruktur nachhaltig umzunutzen. 2013 wurde das Informationszentrum eröffnet und der Standort im Rahmen der Internationalen Bauausstellung Hamburg der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Das Projekt steht exemplarisch für den Umbau industrieller Flächen zu nachhaltigen Energiestandorten. Seit seiner Umsetzung konnten die CO₂-Emissionen am Standort um 22 Prozent reduziert werden. Gleichzeitig entstanden neue Arbeitsfelder im Bereich Umwelttechnik und Energieversorgung.
Der Energieberg Georgswerder ist vom 1. April bis 31. Oktober geöffnet.
Öffentliche Führungen:Hinweis: Der letzte Einlass ist jeweils eine halbe Stunde vor Schließung. Außerdem ist der Zugang zum Horizontweg bei Gewitter gesperrt.
Parkplatz ✅
Toiletten ✅
Barrierefrei ✅
Gastronomie ❌
Für Kinder geeignet ✅
Führungen ✅
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